1.             PV-Freiflächenanlagen nehmen der Landwirtschaft die Flächen weg  

In Bayern werden sehr viele Flächen für die Produktion von Futtermitteln verwendet. Dabei werden viele Produkte exportiert, bspw. über 40% der Rindfleisch- und Milcherzeugnisse. Die Konkurrenz besteht demnach nicht zwischen der Nahrungsmittelproduktion für die Region, sondern zwischen einem wirtschaftlichen Handelsgut und der regionalen Energieversorgung. Moralisch betrachtet kann der Export von Fleisch nicht über die klimaschonende Energiegewinnung gestellt werden. 

Die Entwicklung der Landwirtschaft der letzten Jahre, eine rasante Spezialisierung, starke Reduktion auf wenige große Betriebe mit sehr großen Tierzahlen, sowie der große Flächenbedarf für Energiepflanzenproduktion, ist seit ca. 2 Jahren stark rückläufig. Verschiedene Krankheiten unter Nutztieren und in Folge der stark zurückgegangene Fleischabsatz sowie die Folgen der Corona-Pandemie zwingen viele Landwirte zum Umdenken. Damit eröffnen sich den Landwirten wieder neue Wege die sie dankend annehmen, Photovoltaik als zusätzliches Standbein ist sehr gefragt. Im Bereich der Biogasnutzung verändert sich der Bedarf ebenfalls massiv, viele Anlagen liefern in einem flexiblen Betrieb Strom dann, wenn er im Netz gebraucht wird um Sonne und Wind auszugleichen. Auch hier werden vermehrt Flächen frei die eine neue Nutzung suchen.  

2.             Solarstrom sollte auf dem Dach produziert werden  

Die Produktion von Solarstrom auf dem Dach ist wichtig. Allerdings sind nicht alle Hauseigentümer bereit ihre Dächer mit Anlagen zu belegen, und selbst wenn, wäre das nicht ausreichend um den für die Energiewende notwendigen Anteil von Solarstrom zu erzeugen. Außerdem sind Anlagen auf dem Dach nach wie vor deutlich teurer, während Freiflächen fast oder ganz ohne Förderung auskommen, ist diese auf dem Dach noch notwendig. Auf Dachanlagen zu setzen heißt auch die Förderkosten und damit die Kosten der Energiewende zu erhöhen. 

3.             Durch die Module und Unterkonstruktionen gelangen Giftstoffe in den Boden und das Grundwasser  

Vor einigen Jahren wurde in Asien noch viel mit Blei gelötet, defekte Module waren daher eine Gefahrenquelle für Bleiauswaschungen. Mittlerweile wird auch in Asien bleifrei gelötet, so dass diese Gefahr gebannt ist. 

Die offenen Stahlprofile der Unterkonstruktion sind der Beregnung nicht direkt ausgesetzt. Wie straßenbegleitende Leitplanken werden sie üblicherweise verzinkt. In sehr geringem Maße kann es je nach Umgebungsbedingungen bei den Pfosten zu Zinkauswaschungen kommen. In sensiblen Bereichen, wie Wasserschutzgebieten, wird durch eine spezielle magnesiumhaltige Beschichtung („Magnelis“) der Pfosten der Korrosionsschutz um das 10-fache erhöht und gleichzeitig die Zinkabschwemmrate etwa um 80% reduziert.  

4.             Der Boden wird durch die Anlage versiegelt  

Die Gestelle für die Module werden in den Boden gerammt, es werden keine Fundamente gesetzt. Die Versiegelung liegt bei weniger als 1% der Fläche, während die restliche Fläche ausreichend Licht und Wasser erhält. 

5.             Photovoltaik funktioniert nur mit staatlicher Förderung  

Die Photovoltaik wurde durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz stark gefördert, was sich mittlerweile ausbezahlt. Obwohl die zugesicherte Einspeisevergütung teilweise nur noch ein Zehntel der vor vielen Jahren bezahlten beträgt, kann eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich betrieben werden. Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind mittlerweile Marktfähig, das bedeutet, dass sie ohne jegliche Förderung auskommen können. Dort wo eine Förderung durch das EEG genutzt wird dient das in erster Linie noch der Sicherheit. 

 

6.             Photovoltaik erzeugt Elektrosmog  

Sämtliche Emissionen einer Photovoltaikanlage im Elektromagnetischen Spektrum, die die elektrotechnischen Komponenten (Wechselrichter und Transformator) der PV-Anlage im Betrieb emittieren, liegen unterhalb der Messwerte des Hintergrundrauschens. Das Hintergrundrauschen setzt sich u.a. aus den Signalen von verschiedenen öffentlichen und privaten Sendern zusammen. Das sind insbesondere im Langwellenbereich das Zeitsignal für Funkuhren, Wetterfunk, Navigation und Steuerungen via Funk. 

Unabhängige Messungen konnten keine signifikanten Signale erkennen die der Photovoltaikanlage zuzuordnen wären. Es gibt demnach keine Gefahr durch Elektrosmog aus der Anlage. 

7.             Nachts scheint keine Sonne und bei schlechtem Wetter gibt es auch keinen Strom  

Die Energiewende ist nur mit einem Mix aus verschiedenen Quellen unter Einbindung von Speichern und der Koppelung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität möglich. Die Sonnenenergie hat hierbei den Vorteil, dass sie einen hohen Grad an Dezentralität bietet und mit guter Vorhersage und sehr zuverlässig genau dann Strom liefert, wenn wir am meisten brauchen. Selbst bei schlechtem Wetter ist dennoch eine Energieproduktion von gut 30% erreichbar, da auch diffuses und schwaches Licht den photovoltaischen Effekt ermöglicht 

8.            Photovoltaikanlagen blenden  

Für unsere Photovoltaikanlagen werden stets Blendgutachten erstellt, auch wenn das nicht immer gefordert wird. Sollte eine Blendwirkung zu erwarten sein, werden unterschiedliche Maßnahmen zur Verhinderung ergriffen. 

9.             Solarzellen sind Sondermüll  

Solarzellen bestehen aus Silicium der aus Sand gewonnen wird und recyclebar ist. Hinzu kommen Glas für die Abdeckung, Alu für den Rahmen, sowie kunststoffbezogene Presspappe. 95% einer Solarzelle sind heute recyclebar. Ziel ist es jedoch nach 20 bis 30 Jahren Nutzung im Solarpark alle funktionsfähigen Module in einem second-life zu nutzen, bis sie gänzlich defekt sind. 

10.           Solarmodule haben eine schlechte Energiebilanz  

Solarmodule haben eine absolut positive Ökobilanz. Selbst die Energie, die für ihre Herstellung gebraucht wurde, spielen sie in nur 2 Jahren locker wieder ein. Laut einer Studie des Fraunhofer ISE* erzeugt ein System im Laufe seines Lebens sogar 10-mal mehr Energie. Gleichzeitig entlasten Solaranlagen die Umwelt jährlich um mehrere Millionen Tonnen CO2. Wenn Sie z. B. rund 3.000 kWh im Jahr produzieren und pro Kilowattstunde rund 0,6 kg weniger Kohlendioxid freigesetzt wird, sind das rund 1.800 kg weniger CO2. Eine wirklich saubere Leistung! 

11.           Die Photovoltaik liefert keinen relevanten Beitrag zur Energieversorgung  

Im Jahr 2020 deckte Strom aus Photovoltaikanlagen 9,3% des Bruttostromverbrauchs in Deutschland ab. An sonnigen Tagen kann Photovoltaik zeitweise über zwei Drittel unseres Stromverbrauchs decken. 

12.           Solaranlagen sollen dort stehen wo die Sonne am meisten scheint, in der Wüste  

Solarmodule mögen es sonnig, aber nicht heiß, denn hohe Temperaturen reduzieren den Wirkungsgrad der Module. Die Einstrahlung in Deutschland ist ausreichend gut um nachhaltig Strom mit Solarmodulen zu erzeugen und kühl genug um hohe Wirkungsgrade zu erreichen. Ideale Bedingungen für Photovoltaik. Außerdem findet sich in der Wüste auch keine Infrastruktur, um den Strom abzutransportieren 

13.           Solaranlagen heizen den Boden auf  

Solaranlagen können zwar den Naturgesetzen entsprechend lediglich ca. 20% der Strahlungsenergie in elektrische Energie wandeln, das bedeutet jedoch nicht, dass die restliche Energie als Wärme abgestrahlt wird. Der Großteil wird reflektiert, die Module erwärmen die Umgebung bis zu 1m Entfernung bei sehr starker Einstrahlung maximal um 0,5°. Ströme auf Kabeln sind gemäß strenger Normen berechnet, d.h. der Strom soll verlustarm transportiert werden und nicht in Wärme aufgehen. Kabeltemperaturen entsprechen daher, mit einem Aufschlag, weitestgehend den Außentemperaturen. 

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