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Ende Februar traf die Druckversion der Biodiversitätsstrategie für Ebern ein, die in diesem Rahmen vorgestellt wurde.

Am 23. Februar stellten Bürgermeister Jürgen Hennemann und Florian Lang, zusammen mit Janina Reuter-Schad, welche bei der VG Ebern das Projekt mit betreut, die in den letzten Jahren erarbeitete Biodiversitätsstrategie für die Stadt Ebern vor. „Heute halten wir erstmals das gedruckte Exemplar in Händen und ich bin positiv überrascht“, freute sich Bürgermeister Jürgen Hennemann. „Das ist heute ein Startschuss für die weitere Umsetzung“, so der Bürgermeister. Er lobte all diejenigen, die sich in Ebern bei Workshops mit ihrer Kenntnis und ihrem Fachwissen mit eingebracht haben. „Wir wollten die Bürger mitnehmen, erreichen, dass sie selber etwas bewegen und ich meine, das ist gelungen“, so Hennemann. Einiges, wie die Anlage innerstädtischer Blühflächen ist umgesetzt, vieles andere, wie Strukturkartierung im Umfeld des ehemaligen Standortübungsplatzes, ein Grünflächenplan, die Struktur in der Feldflur, insektenfreundliche Mahd und das Konzept zum Erhalt der Fledermauswinterquartiere ist bereits angegangen und weiteres ist in Planung.

Projektmanager Florian Lang bezog sich auf drei Ziele. Zum einen sollte eine kompakte Strategie erstellt werden, welche nun auf 26 Seiten zu finden ist und für jede teilnehmende Kommune herausgearbeitet werden konnte. „Damit haben die Kommunen ein Arbeitsinstrument an der Hand, welches sie nutzen können“, sagte Lang. Weiter hob er den Praxisbezug hervor, der sich in Ebern für 40 Maßnahmen entwickelt hat und ein guter Wert für die unterfränkische Kleinstadt wäre. „Das ist uns in Ebern gut gelungen, auch weil alles mit Hilfe von engagierten Menschen fachkundig fundiert ist“, freute sich Lang. Der dritte Punkt sei die Partizipation der vielen Akteure, mit denen gut und erfolgreich zusammen gearbeitet werden konnte. „Bisher haben wir für das Projekt etwa 30.000 Euro pro Kommune aufgewendet“, sagte Florian Lang. Das sei ein guter Wert und nur möglich, weil man kein externes Büro habe beauftragen müssen, sonst wäre man beim drei- oder vierfachen der Kosten gelandet.

Nun müsse man das Ministerium noch überzeugen, dass die sechs Handlungsfelder eine sinnvolle Sache sind. Am 19. Mai habe man einen Termin beim Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber. „Wir hoffen, dass der Umweltminister den Wert der Arbeit erkennt und unser Instrument noch weitere Ausdehnung auf viele Kommunen in Bayern finden kann“, hofft Florian Lang. In Ebern gehe man, so der Projektmanager, systematisch vor wie sonst in keiner anderen Kommune. Deshalb hätten sich auch bereits vier Kommunen in Ebern umgesehen, die das Konzept von Ebern übernehmen wollen. Es gebe zum Beispiel im ökologischen Grünflächenmanagement schon Nachahmer in anderen Gemeinden. Hier merkte der Bürgermeister an, dass man, um alles umsetzen zu können, auch an die Anschaffung spezieller Maschinen, zum Beispiel Balkenmäher, denken müsse. Er sagte weiter, dass das Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ noch viel Arbeit in den nächsten fünf bis zehn Jahren bedürfe. Er bedauerte, dass man durch die Pandemie zurückgeworfen wurde und eigentlich schon ein Stück weiter sein wollte, auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Baunach-Allianz, um das standarisierte Verfahren auf andere Gemeinden rüber zu bringen. Auch sollen noch weitere Akteure, in erster Linie die Landwirtschaft und der Bauernverband, mit einbezogen werden. „Für die Struktur in der Landschaft brauchen wir die Landwirte auch weil wir jemand brauchen, der alles pflegt. Das kann nicht alles die öffentliche Hand machen“, so Hennemann. Er denkt da an eine „Allianz für die Natur“, wo man die Landwirte auf jeden Fall mit einbeziehen müsse, weil auch sie einen Beitrag, z.B. hinsichtlich Pestizide und Nitrate, leisten müssten. „Das sehe ich als Schlüssel für eine dauerhafte Verankerung der Strategie mit der Frage an die Landwirte, wo sie ihren Beitrag dazu leisten können.“

Als „Rückschlag“ bezeichnete Hennemann, dass die Bewerbung der Stadt Ebern zum Naturparkzentrum abgelehnt wurde. „Das tut uns weh, wir hätten das gerne in Ebern gesehen, auch, um eine Bestätigung für die Zukunft hin zu bekommen. Aber diese Vernetzung mit dem Thema Biodiversität und den Naturverbänden ist beim Naturparkzentrum leider nicht gewollt, was ein falscher Weg ist. Das ist eine Kritik, die ich auch dem Ministerium gegenüber noch äußern werde.“ Jedenfalls sieht Hennemann das Projekt der Biodiversitäts-Strategie auf den richtigen Weg und er hofft, dass es so bleibt.

Text und Foto: Helmut Will

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